Für Betreiber
Wo wir Aufsicht stellen
Seefeste und Uferveranstaltungen
An den oberbayerischen Seen die häufigste Anfrage. Kombiniert mit Ordnerdienst, weil Wasser und Alkohol eine Kombination sind, die Aufmerksamkeit verlangt.
Hotel- und Thermenbecken
Wo ein Becken für Gäste geöffnet ist, greift die Verkehrssicherungspflicht – auch wenn ein Schild „Benutzung auf eigene Gefahr“ hängt. Wir stellen Aufsicht für Öffnungszeiten oder Randzeiten.
Betriebsschwimmbäder
Werksbäder und Betriebssport. Meist geht es um wenige Stunden pro Woche – dafür lohnt sich keine eigene Einstellung.
Strand- und Naturbäder
Saisonaufsicht oder Vertretung, wenn eigenes Personal ausfällt. Wir springen auch für einzelne Wochenenden ein.
Firmenveranstaltungen am Wasser
Betriebsausflug mit Bootsfahrt, Teamevent am See, Stand-up-Paddling. Oft unterschätzt, weil es „nur“ ein Ausflug ist.
Filmsets und Fotoproduktionen
Wasserszenen brauchen eine Aufsicht, die nicht mitspielt, sondern nur schaut. Wir stellen sie.
Rechtsrahmen
Was Betreiber wissen sollten
Das ist der Teil, den viele erst nach einem Vorfall lesen.
- Die Verkehrssicherungspflicht liegt beim Betreiber. Wer eine Badegelegenheit eröffnet, muss sie so sichern, wie es nach der Verkehrsauffassung erforderlich ist. Das gilt für Hotelpools ebenso wie für ein Vereinsfest am Ufer.
- Ein Schild ersetzt keine Aufsicht. „Benutzung auf eigene Gefahr“ schließt die Haftung nicht aus. Es kann ein Mitverschulden begründen – mehr nicht.
- Die Aufsicht muss aufsichtsfähig sein. Aufsicht heißt beobachten, nicht nebenbei die Bar betreuen. Wer gleichzeitig andere Aufgaben hat, führt keine Aufsicht im rechtlichen Sinn.
- Qualifikation muss nachweisbar sein. Rettungsschwimmabzeichen und aktuelle Erste-Hilfe-Ausbildung sollten dokumentiert vorliegen – im Ernstfall fragt die Versicherung danach.
- Sichtverhältnisse begrenzen die Fläche. Eine Person kann nur so viel Fläche beaufsichtigen, wie sie überblickt. Trübes Wasser, Gegenlicht und Wellen verkleinern diese Fläche erheblich.
- Der Rettungsweg gehört ins Konzept. Wo kommt der Rettungsdienst an, wer weist ein, wo liegt der Defibrillator? Diese drei Fragen kosten nichts und entscheiden über Minuten.
Wissen
Rettungsschwimmer werden – die häufigsten Fragen
Viele kommen über diese Fragen hierher. Die Antworten stehen hier, auch wenn Sie nichts buchen wollen. Wenn Sie das Abzeichen haben und in Bayern arbeiten möchten: Wir stellen laufend ein, siehe Karriere.
Welche Abzeichen gibt es?
Das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen (DRSA) gibt es in Bronze, Silber und Gold. Bronze ab 12 Jahren, Silber ab 15, Gold ab 16. Für Aufsichtstätigkeit verlangen Betreiber in der Regel mindestens Silber.
Was wird bei Silber verlangt?
Unter anderem 400 Meter in höchstens 12 Minuten, 300 Meter Schwimmen in Rückenlage mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit, 50 Meter Transportschwimmen, dreimal Tauchen nach Ringen, Befreiungsgriffe und Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die genauen Anforderungen legt die DLRG fest und passt sie gelegentlich an.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Ein Kurs umfasst typischerweise mehrere Abende oder ein bis zwei Wochenenden, je nach Anbieter und Vorkenntnissen. Wer sicher schwimmt, schafft Silber meist in wenigen Wochen.
Wo macht man den Kurs?
Bei den Ortsgruppen der DLRG, bei der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes und teilweise über Schulen und Vereine. Wir bilden nicht selbst aus – wir sagen Ihnen aber gern, wo in Ihrer Nähe Kurse laufen.
Wie lange ist das Abzeichen gültig?
Das Abzeichen verfällt nicht, aber für den Einsatz als Aufsicht wird üblicherweise eine Auffrischung alle zwei Jahre erwartet – ebenso eine aktuelle Erste-Hilfe-Ausbildung.
Kann man damit Geld verdienen?
Ja. Badeaufsicht ist eine typische Neben- oder Saisontätigkeit, häufig als Minijob oder auf Stundenbasis. Zuverlässigkeit zählt dabei mehr als Bestzeiten.
Praxis
Wie Aufsicht in der Praxis funktioniert
Die meisten Zwischenfälle am Wasser verlaufen still. Genau deshalb ist Aufsicht schwerer, als sie aussieht.
Ertrinken ist leise
Wer wirklich in Not ist, ruft nicht und schlägt nicht um sich – dafür fehlt die Luft. Sichtbar sind der senkrechte Körper im Wasser, der zurückgelegte Kopf und die stockende Bewegung. Das erkennt nur, wer geschult ist und hinschaut.
Feste Beobachtungsbereiche
Jede Aufsichtskraft bekommt einen abgegrenzten Bereich und einen Rhythmus, in dem sie ihn absucht. Zwei Kräfte, die „irgendwie alles“ beobachten, übersehen mehr als eine mit klarem Auftrag.
Ablösung statt Durchhalten
Konzentriertes Beobachten ist nach etwa einer Stunde erschöpft. Bei längeren Einsätzen wechseln unsere Kräfte die Position oder pausieren – das steht im Aufsichtskonzept.
Keine Nebenaufgaben
Wer Getränke ausgibt, Eintritt kassiert oder Fragen beantwortet, führt keine Aufsicht. Das ist der häufigste Grund, warum Betreiber im Schadensfall haften.
Ausrüstung am Platz
Rettungsgurt oder Gurtretter, Rettungsball, Erste-Hilfe-Material und – wo vorhanden – der Defibrillator. Standorte werden vor Einsatzbeginn abgegangen, nicht gesucht, wenn es eilt.
Übergabe an den Rettungsdienst
Wer weist ein, wo hält der Wagen, wer bleibt beim Patienten. Drei Fragen, die vorher geklärt sein müssen und im Ernstfall Minuten sparen.
Planung
Wie viel Aufsicht Ihre Anlage braucht
Statt einer Pauschale: die Faktoren, nach denen wir die Personalstärke festlegen – und die Sie auch selbst prüfen können.
Überblickbare Fläche
Entscheidend ist nicht die Beckengröße, sondern die Fläche, die eine Person tatsächlich einsehen kann. Trübes Wasser, Wellengang, Gegenlicht am Nachmittag und Sichthindernisse verkleinern sie erheblich.
Wassertiefe und Übergänge
Abrupte Tiefenwechsel und abfallende Uferzonen sind die häufigsten Unfallstellen – besonders dort, wo Nichtschwimmer sie nicht erwarten.
Gästestruktur
Kinder, Schulklassen, ältere Gäste und Gruppen mit Alkohol verändern den Bedarf stärker als die reine Besucherzahl.
Attraktionen
Rutsche, Sprungturm, Steg, Badeinsel. Jede Attraktion bindet Aufmerksamkeit und braucht in der Regel eine eigene Sichtachse.
Tageszeit
Die Belastung ist nicht gleichmäßig: Nachmittag und frühe Abendstunden bringen die höchste Dichte, dazu die schlechtesten Lichtverhältnisse.
Rettungsweg und Alarmierung
Wie lange braucht der Rettungsdienst, wo hält er, wer weist ein? Je länger diese Zeit, desto besser muss die Erstversorgung vor Ort aufgestellt sein.
Häufige Fragen
Rettungsschwimmer und Badeaufsicht
Was kostet ein Rettungsschwimmer?
Brauche ich für meinen Hotelpool eine Aufsicht?
Wie viele Aufsichtskräfte brauche ich?
Können Sie kurzfristig einspringen?
Welche Qualifikation haben Ihre Kräfte?
Übernehmen Sie auch die Veranstaltungssicherheit dazu?
Bilden Sie selbst Rettungsschwimmer aus?
Erstellen Sie auch ein Aufsichtskonzept?
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