Ausgangslage
Warum Nachrüsten oft am falschen Ende beginnt
Wer nach einem Einbruch handelt, kauft meistens das, was der erste Anbieter im Sortiment hat. Das ist selten die Stelle, an der der Täter tatsächlich hereingekommen ist.
- Der Täter nimmt den einfachsten Weg. Die überwiegende Zahl der Einbrüche in Wohn- und Gewerbeobjekten erfolgt durch Aufhebeln von Fenstern und Terrassentüren – nicht durch die Haustür, an der die meisten zuerst nachrüsten.
- Eine Alarmanlage verhindert nichts. Sie meldet. Ob daraus etwas folgt, hängt davon ab, wer die Meldung bekommt und wie schnell jemand da ist. Ohne Interventionskette ist eine Anlage ein teures Geräusch.
- Kameras liefern oft unbrauchbare Bilder. Falsche Höhe, Gegenlicht, zu großer Bildausschnitt. Ein Gesicht, das man nicht erkennt, hilft weder der Polizei noch Ihrer Versicherung.
- Organisation ist die billigste Maßnahme. Wer schließt ab? Wer hat Schlüssel? Wer darf Handwerker hereinlassen? Diese Fragen kosten nichts und beseitigen mehr Risiko als die meisten Geräte.
- Versicherungsauflagen werden übersehen. Viele Policen setzen bestimmte Sicherungen voraus. Wer sie nicht erfüllt, merkt es im Schadensfall – dann, wenn es zu spät ist.
Vorgehen
Drei Ebenen, die zusammenpassen müssen
Eine Maßnahme wirkt nur, wenn die anderen beiden sie tragen. Deshalb betrachten wir immer alle drei.
Mechanik – gewinnt Zeit
Fenster- und Türsicherungen, Beschläge, Schließzylinder, Gitter, Zäune. Die Widerstandsklassen nach DIN EN 1627 beschreiben, wie lange ein Täter mit welchem Werkzeug braucht. Zeit ist das, was Sie kaufen.
Technik – meldet und dokumentiert
Einbruchmeldeanlage, Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Beleuchtung. Sinnvoll dort, wo Mechanik an ihre Grenze kommt – und immer mit der Frage, wer die Meldung empfängt.
Organisation – hält es am Leben
Schließordnung, Schlüsselverwaltung, Zuständigkeiten, Alarmverfolgung, Unterweisung der Beschäftigten. Der Teil, den fast alle auslassen und der am wenigsten kostet.
Intervention – schließt den Kreis
Wer fährt hin, wenn es meldet? Ohne benannte Kette bleibt jede Meldung folgenlos. Das kann ein Revierdienst sein, ein Nachbar oder eine Leitstelle – Hauptsache, es ist geklärt.
Dokumentation – zählt bei der Versicherung
Was wurde wann eingebaut, wer hat es abgenommen, welche Auflagen erfüllt es? Wir halten das so fest, dass es im Schadensfall trägt.
Bereiche
Worüber wir typischerweise beraten
- Gewerbe und Industrie. Perimeter, Torkontrolle, Werkschutzkonzept, Umgang mit Fremdfirmen. Häufig geht es weniger um Einbruch als um unkontrollierten Zutritt.
- Handel. Inventurdifferenzen, Kassenbereich, Warenannahme, Umgang mit Ladendiebstahl. Meist eine Mischung aus Technik, Personal und geänderten Abläufen.
- Wohnungswirtschaft. Hauseingänge, Tiefgaragen, Keller, Müllräume, Beleuchtung. Oft lassen sich Beschwerden über „Unsicherheit“ mit erstaunlich kleinen Eingriffen beenden.
- Privathaushalte. Fenster und Terrassentüren zuerst, dann Beleuchtung und Anwesenheitssimulation. Erst danach stellt sich die Frage nach einer Anlage.
- Baustellen. Materiallager, Zufahrt, Beleuchtung, Bewachungsintervalle. Siehe Baustellenbewachung.
- Veranstaltungsorte. Flucht- und Rettungswege, Zufahrten, Besucherlenkung – die bauliche Seite dessen, was später im Sicherheitskonzept steht.
- Kritische Bereiche und Drohnen. Werksgelände, Forschung, Energie. Neben dem Zutritt am Boden stellt sich zunehmend die Frage nach dem Luftraum – siehe Drohnenabwehr.
- Notfall- und Alarmorganisation. Wer alarmiert wen, in welcher Reihenfolge, mit welchen Erreichbarkeiten? Ein Blatt Papier, das im Ernstfall Minuten spart.
Ablauf
Wie eine Beratung abläuft
1 · Begehung
45 bis 90 Minuten vor Ort. Wir schauen von außen nach innen – so, wie ein Täter es täte – und stellen viele Fragen zu Abläufen.
2 · Bericht
Binnen einer Woche: Schwachstellen mit Fotos, Maßnahmen nach Wirkung sortiert, jeweils mit Kostenrahmen. Kein Verkaufsprospekt.
3 · Entscheidung
Sie entscheiden, was umgesetzt wird. Wir sagen Ihnen, welche zwei oder drei Punkte den größten Teil des Risikos abdecken – der Rest kann warten.
4 · Umsetzung und Abnahme
Auf Wunsch begleiten wir die Ausschreibung, prüfen Angebote und nehmen die Arbeiten ab. Auch dann, wenn ein anderer Betrieb einbaut.
Ergebnis
Was in unserem Beratungsbericht steht
Damit Sie wissen, was Sie für Ihr Geld bekommen – und was Sie damit anfangen können.
Bestandsaufnahme mit Fotos
Jede Schwachstelle mit Bild und Fundort. Sie sollen es sehen, nicht nur lesen – das erleichtert auch die Abstimmung mit Handwerkern und Versicherung.
Bewertung nach Wirkung
Jede Maßnahme mit einer Einschätzung, wie viel Risiko sie tatsächlich wegnimmt. Nicht alles, was möglich ist, lohnt sich.
Kostenrahmen je Maßnahme
Marktübliche Spannen, keine Angebote. Sie sollen vergleichen können, wenn Sie Handwerker anfragen.
Reihenfolge
Was zuerst, was kann warten, was können Sie ganz lassen. In der Regel decken zwei bis drei Maßnahmen den größten Teil des Risikos ab.
Organisatorische Empfehlungen
Schließordnung, Schlüsselverwaltung, Umgang mit Fremdfirmen, Alarmverfolgung. Der Teil, der nichts kostet und am häufigsten fehlt.
Nachweisunterlage
Eine Zusammenfassung, die Sie Ihrer Versicherung vorlegen können – Zustand vor der Maßnahme, umgesetzte Schritte, Datum.
Selbsttest
Acht Fragen, die Sie sich heute selbst stellen können
Wenn Sie mehr als zwei davon nicht beantworten können, lohnt sich eine Begehung. Wenn Sie alle beantworten können, brauchen Sie uns vermutlich nicht.
- Wer besitzt einen Schlüssel? Namentlich, mit Datum der Übergabe. Ehemalige Mitarbeiter, Reinigungsfirmen, Handwerker aus dem letzten Umbau – die Liste wird meist länger als erwartet.
- Wann wurde der Schließzylinder zuletzt getauscht? Wenn Sie das nicht wissen, ist er zu alt. Nach Personalwechsel, Einbruch oder Schlüsselverlust gehört er getauscht, nicht nachgemacht.
- Welches Fenster ist von außen am leichtesten erreichbar? Gehen Sie einmal um Ihr Gebäude wie jemand, der hinein will. Fast jeder findet innerhalb einer Minute die Stelle.
- Was passiert, wenn die Alarmanlage nachts auslöst? Wer bekommt die Meldung, wer fährt hin, wer hat einen Schlüssel? Wenn die Antwort „mein Handy“ lautet, ist die Kette nicht geschlossen.
- Wie lange läuft die Videoaufzeichnung, und wer sieht sie? Speicherdauer, Zugriffsberechtigte, Dokumentation. Ohne das ist die Anlage im Zweifel nicht nur nutzlos, sondern datenschutzrechtlich angreifbar.
- Steht in Ihrer Police, welche Sicherungen vorausgesetzt werden? Die wenigsten lesen das vor dem Schaden. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen dauert zehn Minuten.
- Wer darf einen Handwerker hereinlassen? Und woran erkennt Ihr Personal, dass es wirklich der bestellte Handwerker ist? Das ist ein häufiger Weg hinein, ganz ohne Werkzeug.
- Wann brennt bei Ihnen abends Licht? Ein Gebäude, das ab 17 Uhr komplett dunkel ist, teilt mit, dass niemand da ist. Zeitschaltuhren kosten wenig.
Häufige Fragen
Sicherheitsberatung in Bayern
Was kostet eine Sicherheitsberatung?
Verkaufen Sie mir am Ende einfach eine Alarmanlage?
Womit sollte ich anfangen?
Gibt es Zuschüsse für Einbruchschutz?
Beraten Sie auch, wenn ich schon eine Anlage habe?
Erfüllen Sie damit auch Auflagen meiner Versicherung?
Wie lange dauert es, bis ich den Bericht habe?
Kommen Sie auch, wenn ich am Ende nichts kaufe?
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